Collagen 2017

"Merz"kunst (Hommage an Kurt Schwitters)

Collage ala Schwitters

Der Begriff „Merz“ kennzeichnet bestimmte Arbeiten von

 Kurt Schwitters   (geb.1887 in Hannover – gest. 1948 in England)

 

 und geht auf eine Anzeige der „Commerz- und Privatbank“ aus dem Jahre 1919 zurück. Schwitters schnitt die zweite Silbe von „Commerz“ aus und verwandte sie für eine Collage. In den folgenden Jahren taucht der Begriff „Merz“ in Merzkunst, Merzbild, Merzsäule, Merzbau etc. in allen Schaffensbereichen Kurt Schwitters auf. Kennzeichnend für die „Merz-Kunst“ ist einerseits das Verfahren der Collage, das nahezu assemblage-artigen Charakter annimmt. Andererseits werden ausgediente, abgenutzte Alltagsgegenstände als <Objets trouves> in die Arbeiten integriert.

 

Als Hannoveranerin habe ich bereits in der Schule diesen künstlerischen Ansatz kennengelernt. In meiner jetzigen Tätigkeit reizt es mich, meine Sammelleidenschaft und meine gestalterischen Möglichkeiten kreativ zu verbinden, zumal im Rahmen von

 

Denkmal!Kunst - KunstDenkmal! im Jahre 2013 in Hann. Münden

der Packhof als Ausstellungsort dazu inspiriert.

 

 

 

Kurt Schwitters  

Zitate mit Quellenangabe

 

"Denn Kunst ist nichts anderes als Gestaltung mit beliebigem Material."

"Merz will Befreiung von jeder Fessel, um künstlerisch formen zu können. Freiheit ist nicht Zügellosigkeit, sondern das Resultat strenger künstlerischer Zucht. Merz bedeutet auch Toleranz in bezug auf irgendwelche Beschränkung aus Künstlerischen Gründen. Es muss jedem Künstler gestattet sein, ein Bild etwa nur aus Löschblättern zusammenzusetzen, wenn er nur bilden kann." –

"Man kann auch mit Müllabfällen schreien, und das tat ich, indem ich sie zusammenleimte und -nagelte. Ich nannte es Merz, es war aber mein Gebet über den siegreichen Ausgang des Krieges, denn noch einmal hatte der Frieden wieder gesiegt. Kaputt war sowieso alles, und es galt aus den Scherben Neues zu bauen. Das aber ist Merz."

Das literarische Werk, Bd. 5:  Manifeste und kritische Prosa. Köln

Collagen und Assemblages

 

 

Horst Richter   

Geschichte der Malerei im 20.Jahrhundert

Dadaismus Seite 120        Köln 1990  8. Auflage

                             

.........   Hannover – Dada erhielt durch den intensiven Einzelgänger Kurt Schwitters ganz eigenes Profil.

Schwitters „entformte“ bereits vorhandene Materialien, indem er sie bog, glättete, auseinandernahm, überdeckte oder übermalte und daraus seine berühmt gewordenen MERZ – Bilder gewann:

 „Ich nannte meine neue Gestaltung mit prinzipiell jedem Material MERZ. Das ist die zweite Silbe von Kommerz. Es entstand bei einem Bilde, auf dem unter abstrakten Formen das Wort MERZ zu lesen war, aufgeklebt und ausgeschnitten aus einer Anzeige der KOMMERZ- und PRIVATBANK.

Später erweiterte ich die Bezeichnung MERZ erst auf meine Dichtung und endlich auf alle meine entsprechende Tätigkeit. Jetzt nenne ich mich selbst MERZ.“

Schwitters ist dem Dadaismus und der Collage bis zu seinem Lebensende treu geblieben.

 

 

Collagen mit allerhand Materialien

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